Sonntag, 28. April 2013

Farben und die Langsamkeit

Ich lebe zu 100 Prozent von dem, was die Nähwerkstatt abwirft. Entsprechend müssen alle Aufträge (sei es nun eine Produktion, das Entwickeln von Prototypen oder das Fertigen von Massanfertigungen für Privatkunden) nicht nur sauber, sondern auch mit möglichst wenig Zeitaufwand gefertigt werden.
Im Gegenteil dazu finde ich es ausserhalb der Nähwerkstatt schön, Dinge zu gestalten die extrem viel Zeit benötigen. Manchmal fertige ich es so, dass es noch langsamer geht als möglich wäre.

 
So nähe ich die Teile des Patchworkkissens nicht mit der Maschine, sondern von Hand gemütlich auf dem Sofa sitzend zusammen, während ich ein verpasste Radiosendung oder ein spannendes Hörbuch höre. Für mich ist das reine Entspannung.
Wenn ich nicht nähe, häkle ich oder sticke ein Miniatur-Bildchen, die ich auf Beutelchen nähe in die ich Lavendel aus dem Garten meiner Eltern fülle. Dem Patchwork-Kissen übersticke ich noch die Nähte und auf das Nadelkissen appliziere ich Blumen.
 
Ich bevorzuge nicht speziell bestimmte Farben. Ich mag Orange nicht, das ist für mich keine Farbe sondern Ausdruck extrem schlechter Stimmung. Sonst bin ich offen. Und doch ist mir aufgefallen, das ich immer in bestimmten Farbgruppen arbeite. Ohne darauf zu achten stelle ich Dinge her, von denen ich später merke, wie gut sie miteinander harmonieren.
Beispiele:
 
 
Weiss, Rosa, Pink, Lila und ein bisschen Grün
 
 
Hellblau, Dunkelblau, Grau, Lila, Ecru
 
 
Weiss, Hellblau, Hellgelb, Lindengrün, etwas Dunkelblau
 
 
Im Moment häkle ich an Grannys in Weiss, Pink und Smaragd.
 
 
 
Schon jetzt bin ich gespannt, ob sich später wieder mehrere Dinge in dieser Kombination hinzugesellen!
 
 
Herzliche Grüsse
Sandra
 


Samstag, 20. April 2013

E.T., das Maskottchen

Beim Blick aus dem Fenster heute morgen wäre ich fast in Schreikrämpfe ausgebrochen. Vor mir breitete sich die Landschaft aus: Weiss, weiss und noch weisser. Über Nacht waren etwa 10cm Schnee gefallen, nach Tagen mit mehr als 20 Grad.
Es war aber Samstagsarbeit in der Nähwerkstatt angesagt, also habe ich versucht dem Wetter positives abzugewinnen. Draussen würde ich heute nichts verpassen, so fällts schon leichter.
Als ich dann in die Nähwerkstatt kam, fiel mein Blick auf die Stofffigur, die da gleich beim Eingang auf einem Regal sitzt.

 
Schon vor Jahren hatte ich den stoffigen Erdenbürger genäht, nach selbst ertüfteltem Schnittmuster (das ich gleich gesucht und zum Glück gefunden habe...). Bis jetzt hatte er keinen Namen, aber heute habe ich ihn spontan E.T. getauft, weil er mich ein bisschen an die Figur im Film erinnert.
 
In der Nähwerkstatt wird im Moment wieder fleissig produziert, 50 Berufswesten sind es diesmal.
 
 
Bei solchen Produktionen sind die Preise vorab fix bestimmt, es ist also von immenser Wichtigkeit, die Teile nicht nur sauber sondern möglichst schnell zu nähen.
Die immer gleichen Arbeitsschritte zu erledigen ist geistig nicht sehr anspruchsvoll, das gebe ich gerne zu. Aber körperlich setzen mir solche Tage zu, am Abend schmerzt der Rücken, der Nacken ist verspannt und die Hände sind steif. Trotzdem mag ich diese Art von Aufträgen gerne. Nie sieht man am Ende des Tages ein so grosses Ergebnis, wie wenn produziert wird.
 
Wie es so ist, nicht an jedem Tag ist man gleich aufgelegt, was an einem Tag einfach geht, ist am anderen eine Anstrengung. Dann fällt der Blick auf E.T. der zu allem lächelt und gute Stimmung verbreitet. Seit heute ist er das Maskottchen der Nähwerkstatt.
 
 
 
Und dann liegen die Berufswesten auf dem Tisch, noch nicht fertig, aber um einiges weiter als am Morgen. Dann macht sich Zufriedenheit in mir breit, weil ich sehe, es lohnt sich immer wieder!
 


Allen eine guten Sonntag und herzliche Grüsse
Sandra
 

Sonntag, 7. April 2013

"Gepimpt" oder eine Buchempfehlung

Ich habe mich daran versucht, in der Nähwerkstatt produzierte, einfache Tank-Tops zu verschönern.



Die Idee mit den Jojos habe ich aus dem Buch "Tendy Vintage" von Hélène Le Berre, erschienen 2008 im Fleurus Verlag. Das Buch kann ich allen empfehlen, die ihre Kleidung mit wenigen (oder mehreren...) Handgriffen aufpeppen wollen.



Die Ideen darin finde ich super, sie lassen sich auf viel mehr Teile übertragen als im Buch gezeigt ist. Einiges darin ist auch für Nähanfänger oder Ungeübte gut machbar.

Allen einen guten Restsonntag!
Herzliche Grüsse
Sandra
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