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Vorlage Preiskalkulation und unser Konsum

Auf Ansalia und Stoffn laufen Diskussionen über die Preisgestaltung von handgemachten Artikeln. Dabei ist mir aufgefallen, das sehr viele sich über die genauen Aufwände und Kosten bei der Herstellung eines Produktes nicht im Klaren sind.


 
Bevor ich mein persönliches Rechenbeispiel anhand dieses Weekenders erläutere, ein Wort zu allen die das Kreativ sein als Hobby betreiben:
Denkt beim Lesen dieses Posts nicht dass die Angaben für Euch nicht gelten, gerade weil es "nur" Hobby ist. Überlegt Euch, was ihr bei denjenigen anrichtet, die vom Kreativ sein Leben. Dinge unter Wert zu verkaufen bedeutet für die Selbständigen einen noch viel grösseren Preiskampf als sowieso schon ist. Hobbybetreiber können also Gewerbetreibenden schaden, wenn auch unbewusst.
Aber wann ist ein Artikel unter Wert verkauft? Wann ist der Preis ein Wucherpreis?

Nun also zu meinem Kalkulationsbeispiel:

Produktbeschrieb:
Der Weekender "Seatime" ist quasi eine Reisetasche, die genügend Platz hat um darin alles zu verstauen was man für ein Wochenende benötigt. Die Masse der Tasche sind
55cm x 40cm x 11cm. Sie hat vier Aussentaschen und sechs Innentaschen zusätzlich zum grossen Innenfach.
Der Aussenstoff wurde auf ein Segeltuchstoff aufgenäht, um eine gute Festigkeit zu erhalten. Der Boden wurde mit einem zusätzlichen, schabrackenverstärkten Innenteil versehen. Aussen ist der Boden aus einem wasserabweisenden Stoff genäht, um vor Schmutz zu schützen.

 
Wenn ich den Preis für ein Teil kalkulieren muss, dann gehe ich folgendermassen vor:
Als erste sehe ich auf die Uhr und notiere mir die Zeit. Dann beginne ich mit dem Zuschnitt des Teiles und notiere vorzu die verwendeten Materialien mit benötigter Menge und dem Preis. Hier sieht das so aus:
 
0.8m Baumwollfischgrat "Maritim" à 15.05  = 12.04
0.8m Segeltuch zur Verstärkung à 5.10  =  4.08
0.5m wasserabweisend Dunkelblau à 3.50  = 1.75
0.8m Futter ecru à 3.-  =  2.40
2.5m Gurtband à 3.-  = 7.50
Rissverschluss à 9.-  = 9.-
Nähfaden  = 3.50
Total  =  40.27
 
Vergesst den Nähfaden nicht! Auch den müsst ihr kaufen und somit ins Teil einrechnen!
 
Dann wird die Tasche genäht und mit der Beendigung der letzten Handgriffe wird wieder auf die Uhr geschaut und die Zeit wiederum notiert.
Nun geht es darum, die Arbeitszeit zu kalkulieren. Dazu müsst ihr Euch zuerst einen Stundenlohn festsetzen. Darin müssen nicht nur der eigene Lohn, sondern alle anderen Ausgaben mit eingerechnet werden.
 
Ich zahle mir monatlich immer dasselbe Gehalt auf ein separates Konto. Dieses Gehalt ist wiederum so gross, das davon alle privaten Ausgaben wie Miete, Strom, Krankenkasse, Lebensmittel etc. bezahlt werden können.
Zusätzlich zu diesem Gehalt müsst ihr einberechnen:
 
Lokal- oder Ateliermiete
Sozialabgaben wie AHV, FAK, BVG
Krankentaggeldversicherung
obligatorische Unfallversicherung
obligatorische Betriebsversicherung
Steuern
Ferienanteil 8.33%
Strom / Billag
 
Je nach dem wieviel ihr aus der obigen Liste zu zahlen habt (vielleicht arbeitet ihr in den privaten Räumen, da fällt schon mal ein ganz hübscher Batzen weg) und wie hoch die jeweiligen Beträge sind, erhält ihr einen Stundenlohn, der je nach Kanton und je nach Abgabenhöhe zwischen Fr. 35.- bis Fr. 70.- , evtl. sogar noch höher liegen dürfte.
 
Wir haben für das Produkt also nun die Materialkosten und die Arbeitszeit. Dies ist natürlich wiederum davon abhängig, wie flink man ist. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob der Weekender nun in drei oder sechs Stunden genäht wird!
 
Bei mir wäre der Preis für den Weekender nun Fr. 224.30.
(Was denkt ihr beim Lesen des Preises?)
 
Aber wenn ich ihn nun zu diesem Preis verkaufen könnte, habe ich dann Geld verdient?
Eigentlich schon, aber ganz genau genommen: NEIN!
Mit dem Preis des Weekenders habe ich die Kosten gedeckt, was auf jeden Fall schon viel Wert ist. Die Rechnungen können bezahlt werden. Aber mit diesem Preis bleibt nichts übrig um Rückstellungen zu machen. Die Nähmaschinen müssen gewartet werden (bei mir sind es gesamt 6 Stück), vielleicht muss irgendwann eine neue gekauft werden. Der Laptop will irgendwann nicht mehr, Büromaterial wie Druckpatronen und Papier muss eingekauft werden...die Liste liesse sich endlos fortsetzen. Hinzu kommt, das auch viele Arbeitsschritte gemacht werden müssen, die nicht bezahlt werden. Buchhaltung zum Beispiel, oder der Einkauf der Materialien. Nicht zu vergessen die Verkaufsprovisionen bei Online-Portalen wie Ansalia oder Dawanda!
Aus diesem Grund muss zusätzlich zum kalkulierten Preis eine Marge aufgerechnet werden. Die Höhe ist unterschiedlich. Bei Kleinpreis-Produkten kann man eine höhere Marge aufschlagen als bei hochpreisigen. Hier gilt es, eine gute Mischrechnung zu finden.
 
Denkt auch an das Konsumverhalten der Menschen. Warum sollte jemand bei mir diesen Weekender kaufen, wenn doch dafür drei praktische Rollkoffer zu haben sind? Was hat jemand von einer Reisetasche, die doch nicht genügend Platz bietet um eine Woche zu verreisen?
Ich vertrete ja den Grundsatz (und versuche auch danach zu leben): weniger ist mehr.
Brauche ich 10 weisse Billigshirts in meinem Schrank? Reichen nicht auch drei, dafür teurere die in der Region produziert wurden? Müssen es im Winter Erdbeeren sein? Kann ich mich nicht einfach in der Saison daran erfreuen, kaufe sie dafür aber zum höheren Preis aus der Region?
Ich lasse das mal so stehen, das Thema wäre weitere 27 Posts wert...
 
Ich hoffe, ihr findet meine Angaben informativ und ihr könnt bei nächsten Mal, wenn ihr Preise festsetzen müsst, daran denken.
 
Herzliche Grüsse
Sandra
 

Kommentare

  1. Danke für den spannenden Artikel. Solche gibt es schon einige im Blogger-Netz, aber das ist der erste den ich für ein schweizer Produkt lese, was mir persönlich ja viel mehr bringt :).
    Spannend wäre nun zu wissen was du für den Weekend verlangst / verlangen würdest. Ich weiss, dass er das wert ist. Aber zahlen würde ich es auch nicht, da bin ich ganz ehrlich. Aber ich würde es auch nicht für einen gekauften bezahlen, immerhin ;).

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    1. Das ist die interessante Frage, welcher Preis ist der Richtige für den Weekender? Auch ich bin ehrlich: Über 200.- Fr. würde ich dafür auch nicht bezahlen...Was ist Wucher und was ist unter Wert?

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  2. Danke für deinen ausführlichen Artikel, da hast du bei mir einen wunden Punkt getroffen. Auch wenn mir diese Kalkulation nicht ganz neu ist und ich nicht von meinen Verkäufen leben muss, finde ich es wichtig, dieses Thema immer wieder ins Bewusstsein zu rufen. Vor allem die Wertschätzung der eigenen Arbeit.

    Übrigens habe ich mir die Frage nach dem Preis deines Weekenders auch gestellt...und kann jetzt auch nicht genau sagen, was ich dafür bezahlen würde... (tolle Tasche, gefällt mir ausgesprochen gut!)

    Dein Frage: "Was ist Wucher und was ist unter Wert", ist wohl eine Gratwanderung.

    Aber von Wucher würde ich bei einer seriösen Kalkulation gar nicht sprechen, sondern eher, wo ist die "Schmerzgrenze" bei der Kundschaft, welche ja auch sehr verschieden ausfallen kann.

    Deine Ansicht bezüglich Konsumverhalten teile ich, auch ich schätze ein hochwertiges Teil und verzichte lieber auf Qantität.

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    1. Wieder ein interessanter Aspekt: Wo ist die Schmerzgrenze beim Kunden? Wie unterschiedlich diese Grenze ist spüre ich jeden Tag beim Kundenkontakt in meiner Firma. Ich arbeite auf Auftrag, die Preise werden immer vorgängig besprochen oder offeriert. Dabei kann man sehr gut das Konsumverhalten des einzelnen Kunden erkennen. Sie sind total unterschiedlich! Wobei es auch eine Rolle spielt, ob der Kunde ein Privatkunde oder ein Firmenkunde ist...

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  3. ich finde deinen post sehr spannend. es bleibt immer die frage wieviel ein käufer bereit ist zu bezahlen und für wieviel der verkäufer die ware abgibt. ich persönlich habe oft den eindruck, dass man die sachen die "selbst gemacht" sind nicht so hoch schätzt, auch wenn man sie schön findet.... da kommen dann die sprüche zustande "ooooh wie schön ist das kissen! dafür könntest du sicherlich auf dem flohmarkt fünf euro verlangen" - habe ich tatsächlich schon sowas im bezug auf meine kissenbezüge gehört :)
    ich muss nicht davon leben, aber fakt ist, dass die arbeit die darin steckt damit gar nicht bezahlt ist, und der stoff auch nicht.
    ich glaube heutzutage sind die menschen auch nicht bereit für "handmade" viel geld auszugeben, weil das leben einfach teuer ist und vielen einfach kein kleingeld übrig für schönes bleibt.
    und was man auch noch sagen muss, teuer bedeutet auch nicht immer gute qualität - das musste ich in der letzten zeit oft feststellen, auch bei markensachen bekommt man den eindruck, dass die qualität nachlässt :(
    liebe grüße und noch einen schönen sonntag von aneta

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    1. Liebe Aneta, es stimmt: Teuer heisst nicht zwangsläufig gute Qualität. Bei Markenprodukten wird oftmals nur der Name gezahlt und hat mit der Qualität nichts zu tun. In der Bekleidungsindustrie ist es sogar oftmals so, dass Billiganbieter und teure Markenanbieter ihre Produkte in den gleiche Betrieben, zum Beispiel in Bangladesch, produzieren lassen. Zu den gleichen Preisen. Nur weiss der Endkonsument das nicht...

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  4. Liebe Sandra
    danke für den spannenden Artikel, alle kennen wohl dieses Dilemma... Herzlichen Dank auch fürs Aufnehmen in die Bloggerliste! Ein ganz schönes Osterwochenende, liebe Grüsse Christa

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  5. Superinteressanter Post, Sandra!
    Lg Carmen

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  6. Liebe Sandra
    Danke für den interessanten Artikel. Die Diskussion hatten wir ja schon anlässlich unseres Bloggertreffens! Bei diesem Shopper ist tatsächlich die Frage, wo die Schmerzgrenze des bezahlbaren Preises beim Kunden liegt (wäre wohl eher etwas unter Fr.200.--). Etwas erstaunt hat mich der Preis Deines Quilts auf Ansalia - das ist meines Erachtens wirklich günstig für die Grösse der Decke (würde sie nicht unter Fr. 350.-- geben)! Hast Du wirklich die gleiche Kalkulation wie beim Shopper gemacht? Ich denke, Dein "Nähtempo" ist sicher professioneller und dementsprechend auch schneller. Vielleicht interessiert Dich "SimisAtelier", Simone Streicher aus Deutschland kreiert immer wieder Quilts für Zeitschriften und verkauft die fertigen Decken.
    Liebe Grüsse
    Franziska

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    1. Hallo Franziska
      Ich bin Deiner Meinung, der Shopper muss unter Fr. 200.- bleiben.
      Und beim Quilt auf Ansalia hast Du recht: nach strenger Kalkulation würde er fast 450.- Fr. kosten! Aber schon der jetzige Preis (Fr. 328.-) wird es schwierig machen, einen Käufer zu finden. Gefallen tut er vielen, aber das Geld dafür ausgeben werden nur wenige. Entweder findet der Quilt zu diesem Preis ein Abnehmer, oder er bleibt bei mir.
      Ich kenne übrigens auch Simis Atelier, ich schaue regelmässig auf ihrer Website vorbei!
      Liebe Grüsse Sandra

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  7. Hey Hey ;) Zur Zeit läuft bei mir eine Blogvorstellung und ich wollte dich fragen,ob du Lust hättest daran teilzunehmen? Ich würde mich sehr freuen!

    Ps. Sie läuft nur noch bis morgen 12 Uhr :)

    In liebe ♥

    mytimeisnowdaria.blogspot.de

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  8. Liebe Sandra,
    ein super Post! Genau damit habe ich auch jeden Tag zu tun... Und wenn man dann in die Läden liefert hat man noch die Qual der 40% Marche zusätzlich... Soll man da etwas total unter dem Preis liefern und verkauft dann wenigstens etwas oder versucht man es selber zu verkaufen, was viel schwieriger ist, wenn man keinen Laden hat...
    Gerne würde ich einen Link auf diesen Post setzen in einem meiner nächsten Blogbeiträge. Ganz liebe Grüsse Tanja

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    1. Hallo Tanja, wenn Du auf Komissionsbasis lieferst, also der Laden Dich erst bezahlt wenn ein Produkt verkauft ist, liegt die Marge normalerweise bei 30%. Aber wichtig finde ich auf jeden Fall, das Dein Lohn auf ein verkauftes Produkt auch Deine Kosten deckt. Wenn Du viel verkaufst und nichts verdienst nutzt es nichts. Ich habe für mich selbst in den Kalkulationen eine Schmerzgrenze festgesetzt unter die ich nicht gehe. Ab und zu etwas zu normalem Preis verkaufen lohnt sich daher eher, als viel verkaufen zu billigem Preis.

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  9. Liebe Sandra,
    danke für den Hinweis... Komme je länger je mehr auch auf diese Sichtweise...nur - wo ist die Schmerzgrenze????;-)

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  10. Liebe Sandra
    Du hast mit deiner Kalkulation den Nagel genau ins schwarze getroffen. Das habe ich letzthin auch mit jemandem diskutiert, welche Kinderkopftüechli für 7 CHF verkauft hat. Ein schwieriges Thema.
    Bevor ich die Sachen zu einem Spottpreis verkaufe, behalte ich es für mich, oder verschenke es jemandem der mir sehr nahesteht und es zu schätzen weiss. Lieben Dank für den Denkanstoss.
    Lg Karin


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  11. Übrigens, die Tasche ist sensationell!
    LG Karin

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  12. Danke für den Eintrag, werde diesen gerne weitergeben, wenn jemand nach Preisen fragt. Was ja zur Zeit ein leidiges Thema ist... und ja, auch bei mir kam nach dem Lesen die Frage auf, wieviel kostet nun so eine Tasche??

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